„Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ – 5. September 2022

Dieses Jahr jährte sich das erfolgreiche Bestehen des Programmes „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ zum 10. Mal. Entsprechende Festivitäten fanden am 26.08. auf Gut Dalwitz in Walkendorf statt. Das Programm „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ startete 2012 als Projekt, welches von Biopark mit initiiert wurde. Ziel aller „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ Teilnehmer und Unterstützer ist die Erhaltung der Artenvielfalt deutschlandweit. Alleine in Mecklenburg-Vorpommern prägt die Landwirtschaft 2/3 der vorhandenen Flächen, was einen Rückgang vieler Vogel- und Amphibienarten nach sich zieht. Unterstützung fand „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ durch den WWF Deutschland, die EDEKA und dem Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Vor allem gründet das Projekt auf den teilnehmenden Landwirten, welche auf ihren Betrieben den Artenschutz in den alltäglichen landwirtschaftlichen Betrieb integrieren. Vertreter der unterschiedlichen Institutionen und Landwirte informierten am 26.08. über die Umsetzung, Fortschritte und Erfolge der verschiedensten Artenschutzmaßnahmen. Ausgerichtet werden die jeweiligen Maßnahmen nach dem Betrieb ebenfalls mit Unterstützung von Biologen und Beratern, sodass jeder landwirtschaftliche Betrieb, egal welcher Größe, seinen Teil zu dem Programm beitragen kann. Mittlerweile umfasst das Projekt „Landwirtschaft für die Artenvielfalt“ über 170 teilnehmende Landwirte und ca. 52.000 ha Fläche, welche landwirtschaftlich bewirtschaftet wird. Im Rahmen des 10-jährigen erfolgreichen Bestehens feierten einige der teilnehmenden Landwirte und Vertreter von Biopark, WWF und der Edeka die erreichten Erfolge mit der Besichtigung von Gut Dalwitz als Beispiel für die gelungene Integration von Natur- und Artenschutz in aktive landwirtschaftliche Betriebsführung. Im Anschluss wurde ein typisch südamerikanisches Asado genossen und sich weiter ausgetauscht. Rundum ein voller Erfolg!

Anschließend fand vom 08.09.-11.09.2022 die 31. MeLa in Mühlengeez statt. Hier war Biopark mit einem Informationsstand vertreten. Verbraucher konnten sich über die Tätigkeiten von Biopark informieren und sich spielerisch an der korrekten Zuordnung von verschiedenen Getreidesorten versuchen. Die Landwirte hatten die Möglichkeit bei belegten Brötchen und Getränken mit Biopark-Mitarbeitern in Austausch zu treten. Gerade am Freitag, dem „Bauerntag“, wurde der Stand mitunter gut von Biopark-Landwirten besucht. Auch hier wurde rundum eine schöne Zeit verbracht.

 

Quellen:
Landwirtschaft für die Artenvielfalt: https://www.landwirtschaft-artenvielfalt.de/ (landwirtschaft-artenvielfalt.de) [Zugriff am 05.09.2022; 11:30]
Landwirtschaft für die Artenvielfalt: https://www.landwirtschaft-artenvielfalt.de/die-arten/braunkehlchen/hlchen (landwirtschaft-artenvielfalt.de) [Zugriff am 05.09.2022; 10:30]
MeLa: Home – https://www.mela-messe.de/ Die MeLa – Landwirtschaftsausstellung in Mühlengeez (mela-messe.de) [Zugriff am 12.09.2022; 10:00]

Ein Blick auf unsere Bio-Getreideernte 2022

Die diesjährige Bio-Getreideernte ist noch in vollem Gange. Während die meisten Bio-Winterungen mittlerweile eingefahren sind, stehen viele Sommerungen noch aus. Generell war ein früherer Erntebeginn von Speise- und Futtergetreide zu beobachten, vor allem bedingt durch das trockene, warme Wetter. Dieses führt zu guten Qualitäten bei fast allen Bio-Kulturen mit Erträgen im Durchschnittsbereich. Die Ernte von Bio-Sommerungen, wie der Bio-Sommergerste und dem Bio-Sommerweizen, fällt dabei leicht unterdurchschnittlich aus. In erster Linie fehlender Regen ist hier ein großes Problem. Der Drusch der Bio-Sommerungen ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Als etwas überdurchschnittlich können die Erträge der Bio-Winterungen bisher verzeichnet werden. Bisher wird der Proteingehalt des Öko-Winterweizens als relativ gering wahrgenommen, es fehlen die Klebereiweiße. In den nördlichen Bereichen Deutschland zeichnet sich aufgrund genügender Niederschläge eine gute Bio-Haferernte ab. Aus anderen Regenarmenregionen wird von geringeren Öko-Ernteerträgen mit teils sehr kleinen Körnern berichtet. Aufgrund der guten Qualitäten der verschiedenen Bio-Getreidesorten kann erfreulicherweise ein großer Teil der Erträge als Bio-Speisegetreide vermarktet werden. Fluch und Segen zugleich – es fehlt somit an Bio-Futtergetreide. Nur der teils niedrige Eiweißgehalt vieler Bio-Weizenpartien zeigt sich an der Stelle noch als etwas problematisch, sodass Bio-Speiseweizen gesammelt werden muss, um alle geschlossenen Kontrakte zu erfüllen. Eventuell fehlendes Bio-Futtergetreide könnte in den nächsten Monaten zu einem Problem werden, da die Kosten vieler Bio-Fleisch- und Veredlungsproduzenten eh schon stark gestiegen sind. Auch hier machen sich in die Höhe kletternde Energieausgaben bemerkbar. Der Kriegsausbruch, fehlende Getreidelieferungen, die Inflation und die Pandemie führten und führen weiterhin zu Verunsicherung bei Erzeugern und Verbrauchern.

Abschließend kann gesagt werden, dass momentan keine Öko-Marktentwicklung wirklich vorhersehbar oder einzuschätzen ist. Veränderungen auf dem konventionellen Markt müssen weiter beobachtet werden, ebenso wie die Energie- und Inflationspreise und die dementsprechende Kaufkraft der Verbraucher. Hinzukommend ist die Bio-Ernte noch nicht komplett eingefahren und fällt im ganzen Biopark Markt GmbH Gebiet aufgrund großer Witterungsunterschiede sehr unterschiedlich aus. Wie sich der Bio-Getreidemarkt entwickelt, ist dementsprechend noch offen.

Quellen: Uwe Sprick, Biopark Markt GmbH; AMI-Agrarmarkt Informations-Gesellschaft: „Markt Woche“-Ökolandwirtschaft Getreide & Futtermittel (Ausgabe 31/2022), „Markt Woche“-Ökolandwirtschaft Schlachttiere, Mischfutter (Ausgabe 16/2022)